Für alle Katzen-Liebhaber

10 Tipps, wie Deine Katze mehr trinkt

Bei der Betrachtung der Trinkverhalten unserer Stubentigern fragen wir uns immer wieder, warum unsere Katze nicht aus ihrer Wasserschale, sondern viel lieber aus Aquarien, Blumenvase, Gießkannen, Gläsern, Pfützen, Regentonnen, Schüsseln, Toiletten, Zimmerbrunnen, noch nassen Badewannen sowie tropfenden und fließenden Wasserhähnen trinkt.

1. Anzahl der Wasserangebote

Katzen sind Gelegenheitstrinker, die an jeder Wasserstelle etwas Flüssigkeit zu sich nehmen. In der freien Wildnis konnte der Weg zur nächsten Wasserstelle schließlich sehr lang sein.

Diese Gewohnheit können wir für uns nutzen.

Tipp: Stelle auf dem gewöhnlichen Weg Deines Stubentigers mehrere Trinknäpfe auf und nutze hierfür unterschiedliche Formen und Materialien. Er wird an dem ein oder anderen stehen bleiben und trinken.

2. Lage des Trinknapfes

Ein männlicher Löwe schleckt liegend Wasser aus einem Tümpel

Auf der Hut vor Attacken von Fressfeinden (an Land und im Wasser), Rivalen oder spielfreudigen Kollegen suchen sich Katzen normalerweise eine Wasserstelle, an der sie sich entweder sicher fühlen oder wo sie die Umgebung im Blick haben.

Keiner soll sie schließlich in dieser verletzlichen Position überraschen können. Selbst der König der Tiere hat seine Umgebung immer fest im Blick.

Tipp: Stelle den Trinknapf auf einer geschützten Platz auf, in der Deine Katze dennoch den ganzen Raum im Blick behalten kann.

3. Futter- und Trinknapf voneinander trennen

(Wild-)Katzen sind ihren Instinkten treu geblieben und verspeisen ihre Beutein der Natur niemals dort, wo sie Wasser normalerweise zu sich nehmen. Diese Bedürfnisse fallen in der Natur einfach örtlich gesehen nicht zusammen.

Futter- und Wassernapf

Wasser, welches in der Nähe von Futterplätzes liegt, kann sehr schnell verunreinigt und verkeimt sein.

Tipp: Trenne strikt die Futter- und Wasserstelle mit genügend Abstand voneinander.

4. Feuchtfutter mit extra Wasserzugabe füttern

Wildkatzen decken bis zu 80% ihren Tagesbedarf an Flüssigkeit über ihre Beutetiere. Bei der Feuchtfutterherstellung wird versucht, den Feuchtigskeistgehalt der Beutetiere nachzustellen, sodass wir bei der Fütterung von Feuchtfutter einen Großteil des Flüssigkeitsbedarfs abdecken können. Aber wir können diesen Anteil noch etwas erhöhen .

Tipp: Mische etwa 2-5 Esslöffel Wasser (je nach Futtermenge) unter das Feuchtfutter. Deine Katze wird von der Extra-Soße begeistert sein.

5. Wasseroberfläche erkennen: Sehqualität von Katzen

Katze steckt ihre Pfote tief in eine Tasse

Als perfekter Jäger haben Katzen eine optimale Sehschärfe zwischen 2-6 Meter Entfernung und können bewegliche Objekte besser wahrnehmen als statische.¹

Katzen verfügen (im Vergleich zum Menschen) über die doppelte Anzahl an lichtempfindlichen Sinneszellen (=Stäbchen genannt) und deutlich weniger Sinneszellen für die Sehschärfe (=Zapfen genannt). Die sogenannten Stäbchen ermöglichen es der Katze, vor allem bei Dämmerung und nachts, 6-8-mal besser zu sehen als der Mensch. Die verringerte Anzahl an Zapfen schränkt aber gleichzeitig ihre Sehschärfe bei Tageslicht ein.²′³

Die geschilderten Seheigenschaften der Katze lassen vermuten, dass Katzen die Wasseroberfläche von stehendem Gewässer nur sehr schwer oder sogar gar nicht erkennen können und somit eher bewegtes/geräuschvolles Wasser aufsuchen.

Tipp: Lege einen Katzengrashalm oder ein Petersilienblatt in den Trinknapf, damit dieser auf der Wasseroberfläche schwimmt und Deine Katze diese erkennt.

6. Der Geschmack des Wassers ist wichtig

Katzen haben eine empfindliche Nase. Sie verfügen über 60 bis 65 Millionen Geruchszellen, während der Mensch bspw. nur über 5 bis 20 Millionen Geruchszellen verfügt. Daher nehmen unsere Stubentiger viel Düfte viel früher wahr als wir Menschen.

Durch das gute Richvermögen kann es vorkommen, dass Deine Katze den Trinknapf meidet, weil das Wasser nach Kunststoff (bei einem Kunststoffnapf) riecht oder vielleicht verunreinigt oder sogar leicht gechlort ist.

Es gibt in Deutschland immer noch Gemeinden, in denen das Trinkwasser  mit einer geringsten Menge Chlor versetzt wird, damit eventuelle Keime im Wasser unschädlich gemacht werden.

Tipp: Nutze keine Kunststoffnäpfe, reinige die Trinknäpfe regelmäßig mit heißem Wasser und tausche dieses regelmäßig gegen frisches Wasser. Du wirst häufig den Hinweis lesen, täglich das Wasser zu tauschen. Dies hängt aber von den Vorliegen Deiner Katze ab. Einige bevorzugen auch 2-3 T4ge altes Wasser.

Informiere Dich bei Deinem zuständigen Wasserwerk, ob Chlor eingesetzt wird. Sollte dies der Fall sein, kannst Du das Leistungswasser 2 Stunden in einem offenen Gefäß stehen lassen, sodass das Chlor entweichen kann.

7. Flüssige Katzensnacks für zwischendrin

Jeder nascht mal gerne, auch Deine Katze! Und Eiswürfel sind hier hoch im Trend! Aber auch den Sud von gekochtem Fisch und Fleisch oder auch Brühe (alles ohne Salz und Gewürze!) findet sie toll.

Tipp: Lege den Eiswürfel in den leeren (Trink-)Napf Deiner Katze und sie wird das Wasser genußvoll schlecken. Oder sie schiebt das Eis mit den Pfoten im Napf hin und her und leckt die Flüssigkeit anschließend die Pfoten.

Verdünne den Fisch-/Fleischsud oder die Brühe (beides ohne Salz und Gewürze) mit Wasser. Deine Katze wird die flüssigen Snacks lieben.

8. Mindestens einen Trinkbrunnen aufstellen

Die Trinkgewohnheiten unserer Katzen sind so individuell wie ihr ganzes Wesen.

Es ist aber zu beobachten, dass sie, egal ob Stubentiger oder Freigänger, stehendes Gewässer eher meiden und sich von bewegtem Wasser angezogen fühlen. Ihr Überlebensinstinkt sagt ihr, dass fließendes Wasser sauber und keimfrei ist.

Tipp: Stelle einen Katzenbrunnen auf und die Neugierde ist geweckt. Deine Katze wird von dem plätschernden Wasser angezogen und zum Trinken und Spielen animiert. Da verschwindet auch mal eine Pfote im Wasser und wird hinterher genüßlich abgeleckt.

9. Unterschiedliche Wasserqualitäten gefragt

Jede Katze hat ihre eigenen Vorlieben, auch bei der Wasserqualität.

Wasser sprudelt aus einer KugelEinige trinken nur fließendes, sprudelndes Wasser, welches täglich frisch zur Verfügung gestellt wird oder tröpfelnd aus Wasserhähnen kommt. Hingegen nutzen andere bevorzugt das abgestandene, ruhige Wasser bspw. aus der Vase.

Tipp: Biete Deiner Katze beide Trinkmöglichkeiten an: stilles und bewegtes Wasser. So kann Dein Stubentiger so trinken, wie er es liebt.

10. Fülle den Trinknapf, wenn Deine Katze anwesend ist

Der Urinstinkt ist dafür verantwortlich, dass viele  unserer Katzen frisches Wasser bevorzugen. Plätschern vermittelt Reinheit.

Tipp: Befülle den Trinknapf Deiner Katze bewusst, wenn sie den Vorgang sehen oder wenigstens hören kann.

Ein einfacher Test, ob Deine Katze genügend Wasser trinkt

Höchstwahrscheinlich wirst Du deine Katze ganz selten am Wassernapf trinken sehen, sodass Du gar nicht einschätzen kannst ob deine Katze nun genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Hier gibt es einen einfachen Test:

Greife hierzu vorsichtig mit mit Zeigefinger und Daumen die Haut im Schulterbereich und halte diese für ein paar Sekunden und lasse sie wieder los. Die so entstandene Hautfalte sollte bei einer gut mit Wasser versorgten Katze umgehend in die Ausgangsposition zurückziehen.

Also: Zieht sich die Hautfalte gleich wieder zurück, ist der Flüssigkeitshaushalt deiner Katze in Ordnung. Dauert der Prozess aber länger, ist Deine Katze dehydriert und Du solltest isr Trinkverhalten genauer beobachten.

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